Als ich mich zuletzt mit Dominik unterhalten haben, hat er günstige Rudergerät Klone aus China angesprochen – Rudergeräte, welche über Plattformen wie Temu, Alibaba und Aliexpress aber auch Amazon Kunden außerhalb von Asien erreichen und dabei weit unter den Preisen von Rudergeräten von regionalen Händlern liegen.
Für mich persönlich waren China Klone bisher eigentlich nicht interessant, schlicht aufgrund des fehlenden Service – ab und zu bestelle ich Elektronik bei Aliexpress, das kommt ja sowieso aus Fernost, ob das nun über einen Händler läuft oder direkt verschickt wird macht für mich persönlich wenig Unterschied – außer eben beim Preis. 🤷🏼♂️ Und da liegt im Grunde genommen auch der Knackpunkt: Das Amazfit Helio Armband / Whoop Beispiel zeigt, dass viele Konsumenten Möglichkeiten suchen mit einem begrenzten Budget sich selber fit zu halten.
Wie sieht es also mit China Rudergerät Klonen aus – und erleben wir etwas Ähnliches wie in der Fahrrad Branche? Dass die verlängerte chinesische Werkbank „plötzlich“ eigene Marken etabliert und Innovation sowie sogar besser entwickelte Rudergeräte als traditionelle Hersteller und Marken auf dem Markt kommen? 🫢😏
Inhalt
Was macht ein gutes Rudergerät aus?
Als ich im Sommer im Allgäu wandern war, habe ich ebenfalls einen Blick in das Gym des Hotels geworfen. Dort standen alle möglichen Geräte, unter anderem auch ein relativ günstiges Rudergerät.

Natürlich habe ich das Gerät kurz getestet und schon nach ein paar Zügen wusste ich: Das ist nichts für mich. 😬 Die Proportionen zwischen Stemmbrett und Neigung der Rail haben bei dem Gerät für mich nicht so richtig gestimmt, es war kaum ein Widerstand spürbar obwohl man an einem Knopf etwas verstellen konnte. Das Nylon-Zugseil hat am Plastikgehäuse geratscht und der Rollsitz lief nicht flüssig. 🙄😔 Vom Trainingscomputer einmal komplett abgesehen … Im Gym gab es alle möglichen Geräte, mein Eindruck war dass beim Rudergerät schlicht gespart wurde und ein zu billiges Gerät hingestellt wurde. Eigentlich schade – denn ein Concept2 Gerät lädt doch eher zum Training ein – mittlerweile gibt es auch bereits solide Geräte zu einem vergleichsweise günstigem Preis.
Vor 3 Jahren habe ich einen Artikel über das Topiom Rudergerät geschrieben, dieser Artikel erhält jährlich 1-2 Besucher-Peaks, wenn das Gerät über Deal-Plattformen beworben wird. Dabei geht es den Interessenten maßgeblich um Social Credibility – gleichzeitig aber auch um Erfahrung, wie man damit modern trainieren kann und seine Workouts speichern kann. Was macht also ein gutes Rudergerät aus?
Auch wenn man es von einzelnen Geräten vermuten könnte: Ein gutes Rudergerät ist aus meiner Perspektive primär kein Lifestyle-Accessoire, sondern eher ein Trainingsgerät. Und wie bei jedem Trainingspartner gilt: Zuverlässigkeit zählt.
Egal ob Holz, Metall oder Hightech-Kunststoff – entscheidend sind:
- Widerstandssystem & Gefühl: Wasser, Luft oder Magnet. Wasser fühlt sich organisch und weicher im Catch an, Magnet ist kontrolliert und leise, Luftwiderstand dynamisch und sportlich. Kann ich damit über längere Dauer trainieren?
- Stabilität: Nichts killt den Flow so sehr wie ein wackelndes Gerät, eine holprige Rail oder ein Widerstand der nicht richtig funktioniert. 🙄 Gute Rudergeräte sind solide gebaut, schwingen minimal mit und übertragen die Kraft gleichmäßig.
- Sitz & Rollverhalten: Je smoother der Sitz gleitet, desto mehr Spaß macht’s. Billigrollen klemmen gerne – das merkt man bereits nach wenigen Zügen, an ein 45 Minuten Steady State Training ist da eigentlich nicht zu denken.
- Zugverhalten: Der Griff sollte natürlich in der Hand liegen, der Seilzug gleichmäßig Spannung aufbauen.
- Geräuschpegel: Wenn man im Wohnzimmer trainiert, ist die Lautstärke Gold wert. 🤫 Hier punkten Magnetbremsen – weniger Vibration, mehr Harmonie. 🧘
- Software & App-Integration: Ein Bluetooth-fähiges Gerät ist heute eigentlich Standard. Wer Statistiken liebt, will seine 500-Meter-Splits, SPM, Watt-Zahlen und Herzfrequenzdaten tracken und ggf. eine Anbindung an Strava und EXR
Kurz gesagt: Ein gutes Rudergerät bietet eine saubere Mechanik, ein rundes Zugverhalten und ein Gefühl von Qualität, egal ob aus Bochum oder Shenzhen.
Welche guten chinesischen Rudergeräte gibt es?

Als ich auf der FIBO war, bin ich natürlich auch durch die Hallen gelaufen, welche die Geräte aus Fernost ausgestellt haben. Mir wurde dort ein Rudergerät zum Stückpreis von ca. 200€ angeboten, sofern ich gleich einen kompletten Container mit 100 Geräten kaufen würde 🥹🤙🏼 Kurze Absprache mit der besseren Hälfte – „Nein, wir haben keinen Platz für 100 Rudergeräte“ 😅🙈
Man bekommt die Geräte tatsächlich auch einzeln über Plattformen wie Aliexpress oder Amazon, hier ein Beispiel:

Die Zeiten, in denen „Made in China“ automatisch „billig und schlecht“ bedeutete, sind langsam vorbei. Viele der bekanntesten Fitness-Marken lassen ohnehin in Fernost fertigen.
Merach bietet eine ganze Palette an Rudergeräten an, bspw. ein klassisches Magnet-Rudergerät mit 15,6 Zoll Bildschrim. Neben dem Merach R50 gibt es ebenfalls ein Rudergerät der Marke Pasyou, es gibt Geräte von Yesoul (R40 / R30), Lefan oder Mobifitness.
Eine der Gretchenfragen bei Produktentwicklung lautet, wie lange es noch eine plumpe Kopie ist und ab welchem Zeitpunkt durch Innovation ein verbessertes Produkt entstanden ist. So ist bspw. das Rogue Rudergerät sicherlich vom Concept2 RowErg inspiriert, jedoch durch ein Update einen Schritt weiter entwickelt worden:
Eine weitere Marke ist Kingsmith, welche aus dem Xiaomi-Ökosystem stammt und eher bekannt ist für smarte Laufbänder. Von dieser Marke gibt es mittlerweile auch den WR1 / WR2 – wobei dieser eher in die Reihe der Erg Shaped Objects zählt:

Mir gefällt die Idee, dass man den Wassertank höher baut, theoretisch dürfte das auch für einen höheren Widerstand sorgen, oder? Auf den ersten Blick wirkt das Klappsystem von Kingsmith ziemlich clever – schließlich ist Platzmangel in Homegyms ein echtes Thema. Klappbare Rudergeräte gibt es zwar schon länger, doch Kingsmith geht mit zwei Scharnieren statt einem einen anderen Weg. Klingt innovativ – ist es vielleicht auch. Aber bei genauerem Hinsehen wirkt es, als hätte man hier das Verstauen wichtiger genommen als das Rudern selbst. 😉 Denn: Wer den Rollsitz bei jedem Training über eine Kante bewegen muss, wird schnell merken, dass Praktikabilität und Trainingskomfort nicht immer Hand in Hand gehen. Für mich persönlich verliert das Gerät damit etwas an Charme – clever gedacht, aber nicht zu Ende gerudert.
Topiom hat mittlerweile ebenfalls die eigenen Geräte weiterentwickelt, so gibt es Wasser Rudergeräte, bei denen man das Stemmbrett nach außen fahren kann, die Rail wurde erhöht – das ist super, wenn man nicht mehr so beweglich ist und mit dem Rudern die eigene Fitness wieder erhöhen möchte:

Ich bin sehr gespannt wann nicht nur eigenständige Marken auftauchen die schlicht kopieren sondern selbst innovieren. Apropos Innovation: Wenn die Form der Geräte an sich kein Asset mehr darstellen, wo liegt dann der Unterschied? Aus meiner Perspektive im Trainingscomputer. Software ist still eating the world.
China-Klon oder Original?

Die große Frage lautet: Sind das Kopien – oder einfach günstigere Alternativen mit anderer Etikette?
In Wahrheit verschwimmen die Grenzen. Viele „China-Klone“ stammen aus denselben Fabriken wie ihre teureren Gegenstücke, nur mit anderem Branding, anderem Design und weniger Marketingbudget. Der Unterschied liegt oft in:
- Garantie & Service: Bei etablierten Marken bekommt man meist 2 Jahre Garantie, erreichbaren Support und Ersatzteile. Bei AliExpress/Temu kann das schwieriger sein – wenn’s gut läuft, top; wenn nicht, eben Pech.
- App-Integration & Softwarequalität: Manche Apps sind funktional, andere fühlen sich noch wie Beta-Versionen an.
- Trainingscomputer: In der Regel kann man die Trainingscomputer sofort in die Tonne schmeißen, da kommen keine richtigen Daten raus, außer ggf. die Zeitmessung
- Verfügbarkeit & Zoll: Geräte aus EU-Lagern sind kein Problem, aber wenn’s direkt aus China kommt, kommen Versandzeiten und eventuelle Zollkosten hinzu.
Unterm Strich gilt: Wenn man bereit ist, auf Premium-Support zu verzichten und ein wenig Risiko einzugehen, bekommt man für einen Bruchteil des Preises manchmal bereits 50–60 % der Leistung eines Markenprodukts.
Concept2 vs. Luftrudergeräte
Weltklasse Produkt für ein professionelle Rudertraining: Das Concept2 RowErg ist auf Effizienz getrimmt und hält ein Leben lang.
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Das Concept2 ist der Maßstab, an dem sich alles misst.
Robust, sportlich, unzerstörbar – das Ding steht in jeder CrossFit-Box der Welt. Doch es basiert auf einem alten Prinzip: Luftwiderstand, minimalistische Elektronik, kein Schnickschnack.

Die meisten China-Alternativen mit Luftwiderstand (z.B. bestimmte Modelle von Merach oder Pasyou) schaffen nicht die Präzision eines Concept2, bieten aber vom Rudergefühl wenig Unterschied. Wo sie punkten:
- Teilweise App-Kompatibilität über Bluetooth
- Preislich teils bei 500–900 €
Wenn du also nicht gerade für Olympia trainierst, sondern einfach dein Herz-Kreislauf-System pushen willst ohne einen Fokus auf realistische Trackingdaten zu legen, können China-Luftrudergeräte völlig ausreichend sein.
💡 Tipp: Mit dem neuen Smartrow Powerhandle erhält man auch an einem günstigne Luftrudergeräte mit Kette korrekte Daten und eine moderne Konnektivität
WaterRower vs. Wasser-Rudergeräte
Was unterscheidet den legendären Waterrower von anderen Geräten? Worauf sollte man vor dem Kauf eines Rudergerätes achten?
Der WaterRower ist das Designobjekt unter den Rudergeräten – Holz, Wasser, Stil. Aber: Die chinesischen Hersteller haben längst verstanden, dass das „Zen-Plätschern“ ein Verkaufsargument ist.
Modelle wie das Topiom Rudergerät oder das Merach R28R1 Wasser Rudergerät kombinieren ebenfalls einen echten Wassertank mit solider Mechanik und ansprechendem Design.
Klar, das Holz ist meist lackiertes Gummibaum- oder Pressholz statt Esche oder Nussbaum. 😱 Die größten Unterschiede liegen in der Langlebigkeit der Rollen, Abdichtung des Tanks und Service. Wer das Gerät regelmäßig nutzt, sollte auf Qualität der Dichtungen und Ersatzteillieferung achten. Doch für viele Hobby-Ruderer mag das ggf. kein Thema – da zählt der Preis-Vorteil mehr als das letzte Prozent Handwerkskunst und Service im Bedarfsfall.
Fazit
Meine Meinung: Wir leben in einer globalisierten Welt, der Marktplatz wächst langsam. Neue Marken beleben das Geschäft und das ist im Endeffekt gut für die Weiterentwicklung von Produkten. Wenn heute eine Marke etabliert wird, dann muss diese aus meiner Perspektive mehr bieten als schlicht der Verkauf von Produkten, oder nicht?
Jeder, der ein günstiges Rudergerät benutzt, um sich selber fit zu halten, ist zu beglückwünschen! Es wird etwas für die eigene Fitness gemacht und das bedeutet ein besseres Leben. Welchen Anspruch man dabei an das Trainingsgerät hat ist individuell unterschiedlich.
Wenn es um die Nachhaltigkeit von Produkten geht, so kann ich nur dazu appellieren die Geräte zu warten und wieder zu verwenden anstatt günstige Geräte zu kaufen und nach ein paar Jahren zu recyclen, weil der Hersteller aus Fernost keine Ersatzteile liefert.
In diesem Sinne: Get rowing! 😉🤙🏼








