Im Alter soll man Krafttraining machen und mehr Proteine zu sich nehmen, um das Muskelwachstum zu fördern oder zumindest Sarkopenie zu verlangsamen – richtig? 🙂↕️ Wenn ich durch meinen Insta-Feed doomscrolle, sehe ich immer wieder Werbung für Proteinpulver oder Produkte mit extra viel Eiweiß. 🍗🍳 Und auch im Supermarkt werden mir Produkte mit mehr Protein angeboten.
Klar – das ist ein Milliardenmarkt und die Produkte sind einfach zu bewerben. Ich würde hier auch gerne auf dem Blog „mein Lieblings Protein Pulver“ beschreiben. Nimm einfach das Pulver als Shake und Du deckst damit schon einmal einen Großteil Deines Proteinbedarfs ab. There is a pill for it. 🤷🏼♂️
Ich muss zugeben, Proteinpulver wäre für mich persönlich wirklich praktisch, bspw. in meinem morgendlichen Müsli – einziger Nachteil: Ich reagiere allergisch darauf 🤯🫨
Wie so häufig macht die Dosis das Gift, und am Ende hängt vieles davon ab, was man zu sich nimmt – gleichzeitig aber auch wie viel. Was kann man also machen, wenn man allergisch ist?
Inhalt
Woher weiß man, dass man allergisch ist?
Eine Allergie auf Proteinpulver ist gar nicht so selten – sie betrifft vor allem Menschen, die empfindlich auf Milchproteine (wie Molke/Whey oder Casein), Soja oder Eiproteine reagieren. Typische Symptome können sein:
- Hautausschlag oder Juckreiz
- Gereiztheit bzw. ein dünnes Nervenkostüm
- Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen, Übelkeit, Durchfall)
- Schwellungen oder Atemprobleme (bei schwereren Reaktionen)
Bei Sojaprotein sind die allergenen Reaktionen seltener, können aber ebenfalls auftreten – insbesondere bei Menschen mit sogenanntem Kreuzallergiesyndrom (z. B. gegen Birkenpollen). Ich vertrage Edamame Bohnen hervorragend.
Ein Allergietest (Prick-Test oder Bluttest auf spezifische IgE-Antikörper) kann helfen, die Ursache einzugrenzen.
Welche Art von Proteinen gibt es?
Ich habe eine ganze Reihe an Proteinpulvern ausprobiert. Dabei habe ich nicht jedesmal eine komplette Packung gekauft sondern Freunde und Bekannte gefragt, ob ich einmal Ihr Lieblingspulver ausprobieren kann. Da war wirklich alles dabei von Clear Whey mit Gummibärchengeschmack über Plain Vanilla bis zum Erbsenpulver ohne Aroma.
Protein ist nicht gleich Protein. Hier die gängigsten Formen:
| Proteinquelle | Typische Herkunft | Häufigkeit von Allergien | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Whey (Molke) | Milch | Häufig | Schnelle Aufnahme, reich an BCAAs |
| Casein | Milch | Häufig | Langsame Verdauung, oft problematisch bei Laktoseintoleranz |
| Soja | Pflanzlich | Mittel | Enthält Phytoöstrogene, potenzielle Kreuzallergien |
| Erbse | Pflanzlich | Gering | Gut verträglich, neutraler Geschmack |
| Reis | Pflanzlich | Sehr gering | Hypoallergen, aber unvollständiges Aminosäureprofil |
| Hanfsamen | Pflanzlich | Sehr gering | Omega-3-Fettsäuren, leicht nussiger Geschmack |
Wenn Du ebenfalls wie ich, auf ein Proteinpulver reagierst, bedeutet das nicht automatisch, dass Du auf alle reagierst.
In meinem Fall war Whey das Pulver mit der stärksten Reaktion. Ich habe auch vegane Pulver ausprobiert, diese haben jedoch ebenfalls eine Reaktion ausgelöst. Am besten funktionieren für mich natürliche Lebensmittel mit hohem Proteinanteil. Durch mein Frühstück versuche ich bereits einen Teil des Protein-Bedarfs in natürlicher Form abzudecken:
Eine interessante Studie zeigt1https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022316622088496, dass pflanzliche Proteine – insbesondere Erbsen, Reis und Hanf – eine gute Alternative darstellen und bei moderatem Konsum vergleichbare Muskelaufbaueffekte erzielen wie Whey-Protein.
Welche Alternativen gibt es zu Proteinpulver?
Wenn Du auf herkömmliche Proteinpulver wie ich allergisch reagierst, gibt es viele natürliche Alternativen. Hier einige proteinreiche Lebensmittel, die den gleichen Zweck erfüllen:
- Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (ca. 20–25 g Protein/100 g)
- Tofu & Tempeh: besonders gut verträglich in fermentierter Form
- Haferflocken: liefern zwar weniger Protein (ca. 13 g/100 g), dafür viele Ballaststoffe
- Nüsse & Samen: Mandeln, Kürbiskerne, Chiasamen
- Fleich, Fisch & Eier: klassische, hochverfügbare Proteinquellen
- Quinoa & Amaranth: glutenfreie Alternativen mit vollständigem Aminosäureprofil
Pflanzliche Kombinationen – z. B. Reis + Bohnen oder Erbse + Hafer – ergänzen sich in ihrer Aminosäurenstruktur perfekt.
Laut dieser Studie2https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6073774/ sind ältere Erwachsene, die regelmäßig pflanzliche Proteinquellen konsumieren, ebenso gut vor Muskelabbau geschützt wie jene, die tierische Proteine essen – sofern die Gesamtmenge stimmt.
Muskelaufbau ohne Protein-Supplementierung
Jedesmal wenn ich nach dem Thema Proteinen suche, finde ich enorm viel Hinweise dafür was gut für Bodybuilder oder Athleten ist, jedoch seltener Informationen was für den „normalen Longevity Otto“ ideal wäre. In diese Studie wird der Fokus auf ältere Menschen gelegt3https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6073774/.
Muskelaufbau ist auch ohne Pulver möglich. Der entscheidende Faktor ist nicht das Produkt, sondern der Proteinumsatz über den Tag. Empfohlen werden:
- 👉 1,2–1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag für gesunde Erwachsene
- 👉 1,6–2,0 g/kg, wenn gezielt Muskelaufbau betrieben wird oder man älter ist (Quelle: European Society for Clinical Nutrition and Metabolism, 20234https://www.espen.org/files/PIIS0261561414001113.pdf)
Persönlich finde ich diese Empfehlung schon herausfordernd. 😬 Wenn man einmal überlegt wieviel Proteine man tatsächlich über die reguläre Ernährung zu sich nehmen kann – kein Wunder gibt es den Markt der Proteinpulver.
Wichtiger als das „Wann“ ist das Gesamtvolumen über 24 Stunden – und dass die Proteine über den Tag verteilt konsumiert werden.
Ein Beispiel für den Alltag:
| Mahlzeit | Lebensmittel | Protein (ca.) |
|---|---|---|
| Frühstück | Haferflocken mit Nüssen, Samen, Kernen, Hanfsamen, Chiasamen, Quinoa, Walnüssen und Beeren | 30 g |
| Mittagessen | Bohnensalat oder Linsencurry mit Reis | 30 g |
| Snack | Handvoll Mandeln oder Walnüsse | 10 g |
| Abendessen | Gemüse & Fleisch, Fisch oder Käse | 30 g |
| Gesamt | 100 g Protein |
So erreicht man die empfohlene Tagesmenge – ganz ohne Shaker, oder allergischer Reaktion.
Fazit
Protein ist essenziell, keine Frage – vor allem im Alter. Aber nicht jeder Körper reagiert gleich, und eine Allergie auf Proteinpulver kann unangenehm und kontraproduktiv sein.
Wer seinen Proteinbedarf über natürliche Quellen deckt, kombiniert Nahrungsvielfalt mit besserer Verträglichkeit – und bekommt obendrauf jede Menge Mikronährstoffe, Ballaststoffe und Antioxidantien. Man kann Muskeln aufbauen – auch ohne Pulver.
In diesem Sinne: Stay healthy & get rowing 😉💪🏼





2 Antworten auf „Proteinpulver Allergie 💪🏼🤧“
Bio-Kichererbsen Mehl vom DM – hat 22g Protein und 13g Ballaststoffe. Das Kilo kostet keine 6€.
Als Gibraltar Calentita (Chickpea Bread) eine ideale warme Beilage statt Kartoffeln, Reis oder Nudeln.
250g Kichererbsenmehl
850ml Wasser
50ml Olivenöl kaltgepresst
Salz, Pfeffer
Alles mit dem Mixer verrühren und idealerweise mindestens 2h stehenlassen.
Ich backe das in einer feuerfesten Form im Airfryer bei 225 Grad in ca. 20min aus (je nach Einfüllhöhe): Zuerst etwas Olivenöl in die Form und Aufheizen, durch Schwenken oder mit Pinsel das heiße Öl verteilen und dann die Calentita einfüllen.
Günstig, sättigend und gesund!
Hey Manfred,
besten Dank für Deinen Kommentar – das klingt gut, werde ich auf jeden Fall ausprobieren!
Beste Grüße
Ulf