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Suche nach dem Jungbrunnen

Schon eine Weile beobachte ich die Bewegung rund um Psilocybin – Pilze, welche eine heilende Wirkung bei Depression haben können. Pilze faszinierend mich, ich esse gerne Pilze und natürlich hat man irgendwann einmal einen Kontakt zu „Magic Mushrooms“. Durch meinen Freund Johannes bin ich auf das Thema aufmerksam geworden, er hat früher selber Pilze in der Petrischale gezüchtet und kennt sich mich den Bedürfnissen von Pflanzen und organischen Substanzen sehr gut aus.

Zuletzt ist durch Social Media das Selbstexperiment von Bryan Johnson mit Psilocybin Pilzen gerauscht – aus meiner Perspektive ein mutiger Selbstversuch.

Wenn man einmal die Wirkung von Pilzen auf den eigenen Körper verstanden hat, dann stellt sich eigentlich nicht die Frage des Ob, sondern eher des Wann und Wie.

Alles was eine Wirkung auf den Körper hat landet früher oder später im $Pharma Bereich und so ist es nicht verwunderlich, dass es ebenfalls Unternehmen wie CMPS oder HELP gibt, welche mit Psilocybin Pilzen forschen.

Aus meiner Perspektive sind diese Unternehmen super spannende Bewegungen zu einer Off-Label Nutzung der Medikamente. Warum? Erst kürzlich gab es eine Studie zu der Wirksamkeit1https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2846478 bzgl. der Wirksamkeit von Psilocybin bei therapieresistenter schwerer Depression. Und dann gibt es diese Studie bzgl. Longevity und Psilocybin2https://www.nature.com/articles/s41514-025-00244-x.

Warum beschäftigt mich dieses Thema? Wenn man einmal von mentaler Gesundheit ausgeht, dann ist eine Depression vermutlich eine der schlimmsten Krankheiten die man sich vorstellen kann, ggf. noch Alzheimer.

Es gibt verschiedene Auslöser für eine Depression – wenn ich mir die Entwicklung mit der KI aktuell betrachte und davon ausgehe, dass durch den Einsatz von KI die Arbeit von vielen Menschen verändert wird, könnte dies ein Auslöser für Massenarbeitslosigkeit und Depressionen sein. Natürlich gibt es bereits Mittel auf dem Markt, welche chemisch hergestellt werden –  viele Menschen meiden chemische Medizin, Psilocybin wäre eine natürliche Variante für mentale Gesundheit.

Bei natürlichen Drogen stellt sich aus meiner Perspektive immer die Frage nach der Sicherheit und Reproduzierbarkeit von konsistenter Dosierung. Und hier folgt Psilocybin dem gleichen Muster der Cannabis Legalisierung.3https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(26)00015-5/fulltext

Aus meiner Perspektive sind beide Bewegungen (Cannabis und Psilocybin) eigentlich nicht mehr aufzuhalten, trotz (oder ggf. gerade aufgrund?) weltweiter Unruhen nimmt die Legalisierung der natürlich wachsenden Medikamente weltweit zu. Bedeutet: Die Frage nach der Off-Shelf Nutzung wird in den kommenden 1-2 Jahren aufkommen. Wenn man sich einmal die Legalisierung von Cannabis in Deutschland anguckt, so wurde die De-Facto Kommerzialisierung über Apotheken zurück gerollt. Man könnte die Entwicklung auch klar als Product-Led Growth betrachten und der Staat davon profitieren. Was macht eigentlich die FDP? 😶‍🌫️🕳️🫥 Der Trend ist aus meiner Perspektive klar erkennbar: Menschen möchten in Deutschland Cannabis einfach und unkompliziert kaufen – zurzeit laufen Pilotversuche in einzelnen Städten – ich bin sehr auf die Ergebnisse gespannt.

Zwischen Hype und Hoffnung: Wo stehen wir wirklich?

Wenn man einen Schritt zurücktritt, erkennt man schnell: Psilocybin ist aktuell irgendwo zwischen Hype, Hoffnungsträger und wissenschaftlicher Neuentdeckung gefangen. Auf der einen Seite stehen spektakuläre Einzelfälle, Selbstexperimente und Social-Media-Storys. Auf der anderen Seite stehen solide klinische Studien, die versuchen, das Ganze in kontrollierbare Bahnen zu lenken.

Das Problem: Beide Welten sprechen oft nicht dieselbe Sprache.

Während Studien mit klar definierten Dosierungen, Set & Setting sowie therapeutischer Begleitung arbeiten, sieht die Realität bei Selbstexperimenten oft anders aus. Und genau hier liegt ein zentraler Punkt: Psilocybin wird aktuell als Lifestyle-Supplement gehandelt, gleichzeitig ist es eine hochwirksame Substanz mit tiefgreifenden Effekten auf das Gehirn.

Wie wirkt Psilocybin eigentlich?

Vereinfacht gesagt beeinflusst Psilocybin das serotonerge System im Gehirn. Besonders spannend ist dabei die Wirkung auf das sogenannte Default Mode Network (DMN) – ein Netzwerk, das stark mit Selbstwahrnehmung, Grübeln und depressiven Gedankenschleifen verbunden ist.

Studien zeigen, dass Psilocybin diese starren Muster „auflockern“ kann. Viele beschreiben das Gefühl als eine Art Reset oder Perspektivwechsel. Genau das macht den Stoff so interessant für die Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder auch Suchtverhalten.

Aber: Dieser Effekt kommt nicht ohne Risiko.

Set, Setting und Sicherheit

Wenn man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, kommt man an drei Begriffen nicht vorbei:

  • Set (Mindset): Deine innere Verfassung, Gedanken, Erwartungen
  • Setting: Die Umgebung, in der du die Erfahrung machst
  • Dosierung: Der vielleicht kritischste Faktor überhaupt

Gerade der letzte Punkt ist bei natürlichen Substanzen schwierig. Pilze sind kein standardisiertes Produkt. Der Wirkstoffgehalt kann stark variieren – selbst innerhalb derselben Charge. Das führt zu einer der größten Herausforderungen:
👉 Reproduzierbarkeit

Und genau hier wird der pharmazeutische Ansatz plötzlich sinnvoll. Standardisierte Wirkstoffe, klare Dosierungen und kontrollierte Anwendungen könnten dafür sorgen, dass Psilocybin aus der „Experimentier-Ecke“ in die medizinische Praxis überführt wird.

Longevity: Der unerwartete Twist

Besonders spannend finde ich die Brücke zum Thema Longevity.

Auf den ersten Blick wirkt das fast absurd: Was haben psychedelische Pilze mit Langlebigkeit zu tun? 🔮🍄

Wenn man jedoch tiefer schaut, ergibt es plötzlich Sinn:

Wenn Psilocybin also dabei hilft, mentale Blockaden zu lösen, Depressionen zu behandeln oder neue Perspektiven zu schaffen, dann ist der Zusammenhang zur Longevity gar nicht mehr so weit hergeholt.

Gesellschaftlicher Wandel: Ein leiser Paradigmenwechsel

Was wir gerade erleben, ist mehr als nur ein medizinischer Trend. Es ist ein kultureller Wandel. Ähnlich wie bei Cannabis verschiebt sich die Wahrnehmung:

  • Von „Droge“ zu „Medikament“
  • Von Stigma zu Forschung
  • Von Verbot zu Regulierung

Und wie immer passiert das nicht linear. Es gibt Rückschritte, politische Diskussionen und gesellschaftliche Widerstände. Aber die Richtung ist klar.

Die große Frage ist nicht mehr, ob Psilocybin eine Rolle spielen wird – sondern wie.

Mein persönlicher Blick darauf

Wenn ich ehrlich bin, sehe ich das Thema mit einer Mischung aus Neugier und Respekt. Neugier, weil die wissenschaftlichen Ergebnisse faszinierend sind und echtes Potenzial zeigen. Respekt, weil es eben kein Spielzeug ist.

Ich glaube nicht, dass Psilocybin die „Wunderpille“ ist, die alle Probleme löst. Aber ich glaube, dass es ein Werkzeug sein kann – ein sehr starkes sogar.

Und wie bei jedem Werkzeug gilt: 👉 Es kommt darauf an, wie man es einsetzt.

Der Jungbrunnen – Mythos oder Realität?

Vielleicht ist Psilocybin kein klassischer Jungbrunnen im Sinne von „länger leben“. Aber vielleicht ist es ein Baustein, um besser zu leben.

  • Klarer denken
  • Emotionen besser verarbeiten
  • Alte Muster durchbrechen

Und wenn man das schafft, dann hat man vielleicht schon mehr gewonnen als durch jedes Anti-Aging-Supplement.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wohin die Reise geht.
Was sicher ist: Wir stehen gerade erst am Anfang. 🚀

In diesem Sinne: Stay sane & get rowing 😉🤙🏼

  • 1
    https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2846478
  • 2
    https://www.nature.com/articles/s41514-025-00244-x
  • 3
    https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(26)00015-5/fulltext
Über den Autor
Ulf Mayer

Seit 2022 beschäftige ich mich intensiv mit Indoor-Rudern, Fitness und langfristiger Gesundheit (Longevity). Regelmäßiges Training ist fester Bestandteil meines Alltags. Auf diesem Blog teile ich praxisnahe Erfahrungen mit Rudergeräten, virtuellem Training und Fitness-Technologie. Ziel ist es, Trainingsmethoden, Produkte und Trends sachlich einzuordnen und Lesern dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen für einen aktiven und gesunden Lebensstil zu treffen. Erfahre mehr über mich

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