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Diese Blutwerte haben mich überrascht – und was ich in 5 Jahren verändert habe

Kürzlich habe ich meine Blutwerte überprüfen lassen – und das Ergebnis war für mich überraschender, als ich gedacht hätte. Der letzte Check liegt schon ein paar Jahre zurück, genauer gesagt: 2020. Seitdem hat sich einiges verändert. 2022 habe ich mit dem Rudern begonnen und in den letzten Jahren insgesamt bewusster auf Fitness und Ernährung geachtet.

Gerade deshalb war ich extrem gespannt darauf, welche Werte sich über die Zeit verbessert haben – und wo sich vielleicht doch ein paar Schwachstellen eingeschlichen haben. Ich bin inzwischen fünf Jahre älter, und natürlich verändert sich der Körper mit der Zeit. 👴🏻🤷🏼‍♂️ Gleichzeitig versuche ich, durch einen aktiven Lebensstil und regelmäßiges Training diesen Alterungs-Prozess so gut wie möglich hinauszuzögern.

In diesem Artikel gebe ich dir einen Einblick in meine Blutwerte von damals und heute. Was hat sich verbessert? Was ist schlechter geworden? Welche Baustelle werde ich in den nächsten Wochen angehen? Kleiner Spoiler: Es hat etwas mit meiner Ernährung zu tun. 😉

Doch bevor wir tiefer einsteigen, ein kurzer Rückblick: Als ich 2020 die Ergebnisse bekam, fragte mich meine Hausärztin, ob es in meiner Familie Fälle von Diabetes gebe. 😳🫢 Rückblickend eine durchaus berechtigte Frage – denn mein Nüchternblutzucker war damals im Vergleich zu heute erhöht.

Der Vergleich von damals zu heute zeigt ziemlich klar, wie sehr sich Lebensstil und Gewohnheiten in den Blutwerten widerspiegeln.

Warum Blutwerte so viel über die eigene Gesundheit erzählen

Regelmäßige Blutanalysen gelten als eine der zuverlässigsten Methoden, den persönlichen Gesundheitszustand einzuschätzen. Sie zeigen:

  • wie gut Stoffwechsel und Organe arbeiten
  • ob Entzündungen vorliegen
  • wie sich Ernährung und Bewegung auswirken
  • und wo langfristige Risiken entstehen können

Gerade wenn man älter wird, wird dieser Blick „unter die Haube“ immer wertvoller. Denn manche Entwicklungen spürt man nicht sofort, erkennt sie im Blutbild aber frühzeitig. Nach diesem Vorbild, habe ich also Dr. ChatGPT gefragt, ob ich eine Auswertung meiner Ergebnisse erhalten kann. What could possibly go wrong? 🥹

Die wichtigsten Veränderungen

Trotz fünf Jahren mehr auf dem Tacho haben sich einige Werte messbar verbessert – vermutlich dank regelmäßigen Sports, Ernährung und weniger Alkohol. Was hat sich also bei mir konkret getan?

✔ Nüchtern-Glukose: 94 → 87 mg/dl

Mein Nüchternblutzucker ist gesunken. Werte ab 100mg/dl deuten auf eine Vorstufe von Diabetes hin, vor 5 Jahren lag ich knapp darunter. Ein niedrigerer Nüchternblutzucker reduziert langfristig das Diabetes-Risiko. Ich bin mehr als glücklich über diese positive Tendenz, vermutlich hat das regelmäßige Rudern in den letzten Jahren meine Insulinsensitivität verbessert?

✔ Cholesterin gesamt: 146 → 162 mg/dl

Mein Cholesterin ist etwas gestiegen, liegt aber weiterhin im optimalen Bereich (unter 200 mg/dl), interessant wird es wenn man sich die einzelnen Werte anguckt:

✔ LDL: 85 → 88 mg/dl

LDL wird gerne als „schlechtes Cholesterin“ betitelt. Im Bereich von 70–100 mg/dl gilt es als risikoarm für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mein LDL Wert ist in den 5 Jahren leicht gestiegen, gleichzeitig ist jedoch auch mein HDL Wert – „das gute Cholesterin“ gestiegen:

✔ HDL: 54 → 61 mg/dl

Dass dieser Wert gestiegen ist, kann ein möglicher Effekt von Ausdauertraining sein – da nicht nur LDL sondern auch HDL gestiegen ist, sehe ich es insgesamt als eine positive Entwicklung.

✔ Triglyceride: 77 → 51 mg/dl

Niedrige Triglyceride sind ein Marker für guten Stoffwechsel und geringe Insulinresistenz. Rudern wirkt hier wie ein Turbo und durch mehr Sport kann man den Stoffwechsel anregen. 😅🙌🏻 Meine Triglyceride sind gesunken, das ist eine positive Entwicklung.

✔ GFR (Nierenfunktion): 99 → 98 ml/min

Meine Nieren sind stabil, ich habe keine Verschlechterung trotz zunehmendem Alter. 😌

✔ Leberwerte (Gamma-GT): 23 → 16 U/l

Ich habe früher selber Bier gebraut und kann dem Genuss eines guten Bieres wirklich etwas abgewinnen. Wie so häufig gilt hier jedoch: Die Dosis macht das Gift. Die WHO empfiehlt auf den Konsum von Alkohol komplett zu verzichten.

Einer der Werte, welche mich am Meisten beeindruckt haben, waren meine Leberwerte. Die Leber ist in den letzten Jahren deutlich gesünder geworden, vermutlich durch die Reduktion im Bereich Alkohol.  Cheers to that 🍸😉

✔ Vitamin D: 72 → 69 nmol/l 

Meinen Vitamin D Wert hatte ich auch schon 2020 ermitteln lassen, damals hatte die Corona Pandemie begonnen und Vitamin D galt als ein Wert, der in Relation zur Krankheit relevant erschien. Ich vermute, dass man immer Vitamin D supplementieren kann, ich nutze bisher die Kraft der Sonne. 🌞😎 Ideal ist ein Zielbereich von 75 bis 150 nmol/l, vermutlich sollte ich häufiger an die frische Luft oder aber Vitamin D supplementieren.

Unterm Strich: Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Organgesundheit haben sich klar verbessert. Besonders auffällig: Glukose, HDL, Triglyceride und Leberwerte. Aber wo es Licht gibt, ist auch meist Schatten. 🌚

Wo es Verschlechterungen gibt

Bei genauerer Betrachtung meiner Blutwerte gab es auch ein kleines Manko: den Omega-3-Spiegel. 😱😬 Ausreichend Omega-3 soll vor Demenz und Herzinfarkten vorbeugen – aber wieviel Omega-3 braucht man wirklich? 2020 hatte ich diesen Wert noch nicht überprüfen lassen, diesmal jedoch schon – und er hat mich am Meisten überrascht.

Denn trotz meiner ansonsten eher gesunden Ernährung, regelmäßig Leinsamen, Chiasamen, Walnüssen und Hanfsamen zum Frühstück, wenig Fast Food, wenig Fertigprodukten, Rapsöl beim Kochen und Olivenöl am Salat, lag mein Omega-3-Wert am unteren Rand. 🧐 Besonders auffällig war das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3, das aktuell bei 12:1 liegt. Optimal wären eher 4:1 bis 6:1.

Zunächst war ich ratlos. Ich dachte, mit all den Omega-3-reichen Samen und Nüssen müsste der Wert doch deutlich besser sein. Die Erklärung liegt in den Details: Die pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren, die in Leinsamen, Chia oder Walnüssen stecken, heißen ALA. Der Körper kann daraus zwar die für Entzündungshemmung so wichtigen EPA- und DHA-Fettsäuren herstellen, die Umwandlung ist aber genetisch begrenzt und liegt oft nur bei 1-5%. Gleichzeitig blockiert eine höhere Omega-6-Zufuhr, die selbst in gesunden Nüssen und Ölen steckt, die Umwandlung zusätzlich. Fetter Fisch liefert direkt EPA und DHA, die der Körper sofort nutzen kann.

Das Ergebnis: Meine größte Baustelle ist eindeutig der Omega-3-Status. Ergänzend fiel auf, dass meine Arachidonsäure (AA), eine Omega-6-Fettsäure, moderat hoch ist. AA ist nicht per se schlecht, doch im Verhältnis zu Omega-3 kann sie Entzündungsprozesse begünstigen.

Die Untersuchung von Omega-3 wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Ich habe für die Untersuchung auf  Vitamin D3 27,98€ bezahlt, für Omega-3 23,90€. Hätte ich die Untersuchung nicht zusätzlich gemacht, wüsste ich davon nicht und mir wäre es vermutlich trotzdem gut gegangen. 🙈 Aber wie das eben so ist: Knowledge brings fear… 😬

Die einfachste Möglichkeit Omega-3 zu optimieren ist vermutlich in Kapselform. There is a pill for it 😉🫰🏻 Um den Wert zu verbessern und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 wieder ins Gleichgewicht zu bringen, habe ich jedoch einen anderen Plan: Ich werde regelmäßig 2-3 Portionen fetten Fisch pro Woche essen, etwa Lachs, Forelle oder Sardinen. Ich mag gerne Sardinen auf der Pizza 🍕🤤 Gleichzeitig werde ich die Omega-6-Zufuhr etwas reduzieren, indem ich den Einsatz von Rapsöl auf ein Minimum beschränke und Nüsse gezielt einsetze, statt sie häufig im Müsli zu konsumieren. Mal gucken, ob der Plan aufgeht.

Kleine Anpassungen – große Wirkung

Mein Rudern und Krafttraining werde ich weiter fortführen, denn die positiven Effekte auf den Stoffwechsel und HDL-Werte wirken unterstützend. 🥳💪🏼

Neben den Blutwerten wurde übrigens ebenfalls der Blutdruck gemessen. Der Wert war erhöht, vermutlich eine Weißkittelhypertonie. 😬 Ich habe zu Hause gleich mit Omron nachgemessen und trage seit ein paar Tagen wieder das Hilo Armband, um einen Einblick in meinen Blutdruck zu erhalten. Bisher sieht es gut aus 😌

Trotz fünf Jahren Altersunterschied zeigen somit der Vergleich der Blutwerte:

  • 👉 Sport und bewusster Lebensstil zahlen sich aus. ☺️🙌🏻
  • 👉 Der Stoffwechsel ist heute effizienter als 2020 😅
  • 👉 Nur der Omega-3-Status ist eine echte Überraschung – und zugleich eine klare Chance 🥹

In diesem Sinne: Stay healthy & get rowing 😉🤙🏼

Über den Autor
Ulf

Seit 2022 begeistert mich der Rudersport. Regelmäßiges Rudern ist fester Bestandteil meines Alltags geworden, und auf diesem Blog teile ich meine Erfahrungen mit Rudergeräten, virtuellem Training, Fitness-Gadgets und allem, was den Indoor-Rudern Sport ausmacht. Begleite mich auf meiner Reise zu einem aktiveren und ausgeglichenen Leben.

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3 Antworten auf „Diese Blutwerte haben mich überrascht – und was ich in 5 Jahren verändert habe“

Hallo Ulf,
meinen Glückwunsch zu Deinen guten Blutwerten und Vorsorgeuntersuchungen sind ja auch sehr wichtig.

Vorweg: Ich bin kein Mediziner!
Ich lebe aber seit 15 Jahren mit einer seltenen, unheibaren Autoimmunerkrankung. Alle 8-12 Wochen großes Blutbild, Leber-, Nierenwerte, etc. (jedesmal 50 Werte), bei Bedarf auch öfters macht inzwischen über 230 Laborkontrollen, sodaß ich inzwischen über 5.000 Laborwerte in meiner Datenbank habe. (Rekordjahr war 2016 mit 46 Blutproben 😉 )
Wenn ein Wert sich im Normbereich (des Laborberichtes!) befindet, ist „alles o.k.“.

Ein Veränderung z.B. GPT von 23 auf 16 als Verbesserung zu interpretieren ist leider nicht richtig, da die Laborwerte naturgemäß schwanken können.

Ernährung, Sport, Infekte, Stress, etc. – alles Einflußfaktoren!
(Bei mir GPT dieses Jahr: 18, 19, 17, 15, 17)
Umgekehrt wäre ein Anstieg bei Dir auf z.B. 30 aber auch nicht besorgniserregend, da die Normobergrenze bei 60 liegt.
(Meinen Facharzt in der Uniklinik informiere ich ab 50, Laborintervall dann wöchentlich, echte Massnahmen erst ab 100. Ab das ist auch indivudell).
Erst wenn man mehrere Werte über einen längeren Zeitraum hat, kann man einen Trend sehen.
Ebenso natürlich beim Glucose-Wert.
Auch die Korrelation der Werte zueinander spielt eine Rolle.
Hier wäre z.B. auch der HbA1c-Wert (Langzeitzucker) interessant.
Bei Vitamin D3 ist mein! Zielbereich 30 und nicht höher – aber das ist eine andere Geschichte …

Sport, gesunde Ernährung, kein/wenig Alkohol (bei mir keiner) – alles richtig!

Gruß und bleib gesund
Martin

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Hallo Martin,
besten Dank für Deinen Kommentar – Deine Einschätzung hat mich sehr gefreut! Ich stimme Dir völlig zu, eine einziger Messung ist im Grunde genommen nur eine Momentaufnahme – da ich nicht so häufig meine Werte überprüfen lasse, ist meine Trendlinie (noch) wesentlich rudimentärer 🙂

Der Langzeitzucker wäre für mich auch interessant, aber da sehe ich die kontinuierlichen Sensoren eher im Bereich des Diabetes-Managements – aus reinem Interesse einen Sensor zu tragen ist ggf. etwas vermessen. Für Deinen Weg mit der Autoimmunerkrankung wünsche ich dir ganz viel Kraft und alles Gute!

Beste Grüße
Ulf

Hallo Ulf,

der HbA1c-Wert ist ein normaler Laborwert und heißt „Langzeit“zucker. Den kann ein Labor bestimmen.
Einen Sensor unter der Haut würde ich auch nur tragen wollen, wenn es medizinisch notwendig ist.

Gruß Martin

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