Letzte Woche habe ich von meinem Besuch bei Augletics geschrieben. Das Wochenende in Berlin hatte jedoch noch mehr zu bieten – so saß ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Ruderboot. Auch wenn das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat, wie man es sich gewünscht hätte, habe ich doch 2–3 Dinge für mich mitgenommen.
Zunächst einmal: Kudos für Flavio von Augletics, der sich getraut hat, mit mir als Greenhorn gemeinsam in ein Ruderboot zu steigen 😄✊🏻
Denn mal ehrlich: Auch wenn ich die Ruderbewegung bereits tausendfach zu Hause im Trockenen durchgeführt habe – das Boot auf dem Wasser ist dann doch noch einmal eine andere Geschichte. 🌊 Jeder, der schon einmal das Vergnügen hatte, mit einem Ruderneuling in einem Boot zu sitzen, weiß: Es braucht vor allem starke Nerven und Geduld! 😮💨🙏🏻
In diesem Artikel beschreibe ich, was ich bei meinem ersten Mal erlebt habe. Also: Let’s go row 😉🙌🏻
Bevor ich mich auf den Weg nach Berlin gemacht habe, hatte ich noch kurz ChatGPT gefragt, worauf ich beim Rudern achten müsse. Mir wurde gesagt, dass Ruderer sich immer freundlich grüßen, wenn sie anderen Ruderern begegnen – das gehöre zum guten Ton! Klingt machbar, oder? 🫡😄
Hey, Achtung! Kannst Du mal bitte kurz aufpassen?
Sonst stößt Dein Empacher in mein Fillipi 🫵🏼😬
👀 … das waren die ersten Worte, die ich hörte, als ich mich mit Flavio in Richtung Steg bewegte. Außer uns waren auch noch vier Jugendliche an diesem regnerischen Morgen im Ruderclub am Wannsee, und auch sie ließen sich vom trüben Wetter nicht abhalten. 🌧️ Das machte mir Mut! ✊🏻 Und schon waren wir mittendrin im Rudersport.

Empacher? Fillipi? Marken von Ruderboot Herstellern, bei denen die Ruderer-Herzen höher schlagen – mit diesen Booten werden Wettkämpfe gewonnen, sie haben Kultstatus, da gibt es emotionale Verbindungen. 🚣🏼😍
Diese Boote sind nicht günstig, dementsprechend bedarf es einer gewissen Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei der Nutzung. Wenn man einmal aus eigener Muskelkraft relativ schnell über das Wasser gleitet, dann spürt man die Elemente ganz anders als auf einem Ergometer im wohltemperierten Homegym.
Realität vs Ergometer
Apropos Ergometer – Fangen wir bei den Gemeinsamkeiten ganz vorne an: Catch, Drive, Release, Recover – soweit klar, oder? 🙂↕️ Check! ☑️
Als ich im Boot saß, sagte Flavio zu mir: Fangen wir am Besten hinten an – natürlich … wait, what? 😵💫 Skulls zum Körper, Boot stabilisieren … bereit? Die Reihenfolge ist eigentlich die Gleiche, nur dass man viel entspannter in der Rücklage sitzt und das Boot stabilisieren kann.
Neben der reinen Rudertechnik gilt es im Boot noch 2-3 weitere Dinge im Blick zu haben. Zunächst einmal das Offensichtliche: Bloß nicht umkippen! 🫨 Leichter gesagt als getan, denn das fängt schon beim Einsteigen in das Boot an. 😅
Ich saß noch nie in einem Ruderboot – bevor man den ersten Ruderschlag machen kann, gilt es zunächst das Boot aus dem Bootsschuppen zu holen, in das Wasser zu setzen und die Sculls einzuhängen:

„Sculls“ – das ist Rudersprech für Ruder 😏 Tipp: Niemals „Paddel“ dazu sagen, das wird im Wassersport für Kajak oder Kanadier verwendet. Dort hält man ein Paddel (meist einblättrig) in beiden Händen und wechselt die Seite, um zu steuern. Beim skullen nutzt man Ruder (oder Skulls), die im Dollen gelagert sind – also relativ fest am Boot montiert. Neben den Skulls gibt es auch noch Riemen, das ist ein Ruder, das mit beiden Händen gehalten wird und im Teamrudern zum Einsatz kommt. Wir sind in einem Zweier mit Skulls gerudert:

Nachdem die Ruder eingehängt waren, ging es ans Einsteigen. Bei unserem Zweier gab es ein Brett in der Mitte, auf das man den ersten Fuß setzen konnte – dann Gleichgewicht finden, den zweiten Fuß rüber nehmen und sich auf den Sitz setzen. Füße aufs Stemmbrett und mit Gurten fixieren.
Einmal im Boot, braucht es Abstand zum Steg, wir sind zunächst vorwärts gestartet, haben dann eine Wende gemacht. Erst einmal ein Gefühl für das Boot bekommen und den Gleichgewichtssinn schulen. Das Besondere am Rudern ist ja: Man bewegt sich rückwärts, alle paar Schläge muss man gucken ob man noch auf Kurs ist und ob ggf. etwas im Weg sein könnte – das hat glücklicherweise Flavio übernommen.
Einfach Rudern … oder?
Sich auf dem Wasser frei zu bewegen, die Natur zu genießen und draußen zu sein – sich dabei gleichzeitig sportlich zu betätigen – was kann es Schöneres geben? 🚣🏼

Das Eintauchen der Ruder ins Wasser, die Kreise, die dabei entstehen, wenn man das Boot anschiebt und sieht, wie es von den größer werdenden Wasserringen Abstand gewinnt 🥹
Die gleichmäßig meditative Abfolge: Catch, Drive, Release – Vorrollen und wieder das Gleiche von vorne. 😌♻️ Rinse & Repeat – den Körper spüren 💪🏼😅
Soweit zur romantischen Theorie 😏 Aber wie sah das Ganze bei mir aus?
Nachdem wir genügend Freiraum hatten, die Skulls zu bewegen, konnten wir übergehen in den Ruderschlag. Und obwohl ich eigentlich ausreichend Erfahrung habe, auf dem Rudergerät zu rudern, so ist es im Boot doch noch einmal etwas Anderes. Wie fühlt sich also Rudern auf dem Wasser an?
Das fängt beispielsweise damit an, dass man die Skulls drehend bewegen muss, um das Blatt zu führen. Das war für mich tatsächlich die größte Herausforderung. Es gibt einen Arretierpunkt am Skull und wenn man einmal die Drehung mit dem Ablauf verinnerlicht hat, ist es einfacher – aber trotzdem hat das bei mir etwas länger gedauert als mir lieb war. 🙈 Turn it around! ✊🏼👊🏼
Gleichzeitig geben die Ruderblätter auch Halt, wenn sie flach auf dem Wasser liegen. Sobald man in die Bewegung übergeht, wird das Boot instabiler – dann heißt es: Durchziehen & Core aktivieren!
Das Wetter war ja nicht gerade optimal, daher hatte ich vorsichtshalber eine dünne Übergangsjacke an. Das war ein Fehler 🙄 Ich verhakte mich zu Beginn immer wieder mit den Griffen. 🫣 Erstes Learning: Einteiler – wie sie Ruderer oft bspw. von Di-Bi tragen – zeigen nicht nur den durchtrainierten Körper, sondern haben auch eine ganz funktionale Berechtigung.

Nachdem ich das mit den Griffen halbwegs hinbekommen haben, blieb mein Ruder ab und zu im Wasser hängen. 😖
Anfangs habe ich schlicht mit Kraft versucht, es wieder rauszuholen. Dann kam Flavios Tipp: Drehen – und erst dann nach oben ziehen. Spart Kraft. Wieder in die Rücklage, konzentrieren, vorrollen, neu ansetzen.
Ok, die Rudertechnik fühlte sich plötzlich ganz ungewohnt an. Vielleicht war ich nervös – aber obwohl ich auf dem Ergometer schon viele Kilometer gerudert bin, war das hier etwas anderes. Vor allem das Drehen der Skulls war neu für mich. One more thing. ☝🏼
Nebenbei: So viele Eindrücke vom Wannsee! Wunderschöne Uferpromenaden, beeindruckende Villen – kein Wunder, dass es hier gleich mehrere Ruderclubs gibt.
Als wir nach ca. 15 Minuten eine Wende machen, gibt Flavio mir die Chance, einmal alleine zu rudern um ein Gefühl für das Boot und die Bewegung zu erhalten.
Plötzlich rufen vom Ufer andere Ruderer rüber: „Hey, lass den armen Kerl nicht alles alleine machen 😄🤙🏼“
Die wussten natürlich nicht, dass ich gerade übe – aber tatsächlich lief es danach besser. Die Schläge kamen gleichmäßiger, ich kam in einen Rhythmus. Ich gleite übers Wasser. Yes – so soll sich das anfühlen 🙌🏻😎
Hier ist einmal zu sehen, wo wir gerudert sind:
Wieder zurück am Steg ging es mit dem Boot in den Bootsschuppen. Im Bootsschuppen gab es eine ganze Reihe von Booten, Sitzen, Finnen und Ruder – hier wurde der Sport für mich auch nahbar, denn die Beschriftungen zeigte dass dort Menschen mit Humor im Verein sind, die Ihr Hobby ganz individuell gestalten und mit Ihren Charakteren verbinden.
Der Verein ist ein sozialer Ort. Nach dem Rudern auf dem Wasser konnte ich mich noch mit 2-3 weiteren Vereinsmitgliedern unterhalten, die an dem Samstag in den Club gekommen sind, um zusammen zu rudern. Sehr sympathische Menschen!
Warum im Verein gerudert wird? Weil es eine der besten Möglichkeiten bietet den Körper gelenkschonend zu trainieren und sich fit zu halten 🙌🏻 Langlebigkeit durch die sozialen Bindungen erhält man zusätzlich als Kirsche auf die Torte 🍰😄
Im Verein gab es in einem weiteren Gebäude übrigens auch einen Kraftraum und natürlich auch Concept2 Rudergeräte, welche dann genutzt werden wenn das Wetter im Außenbereich wirklich gar nicht mitspielt. 🌨️⛈️
Zwischen Wannsee und Schweißperlen
Flavio hat lange selber gerudert und ist langjähriges Mitglied im Ruderverein Potsdamer Ruderclub-Germania e.V. – Augletics kommt somit ursprünglich vom Rudersport und ist mit dem Rudersport immer noch verbunden. Mittlerweile ist das Unternehmen der offizielle Sponsor des deutschen Frauen-Achters und des Frauen-Zweiers ohne Steuerfrau – es besteht also ein großes Interesse den Rudersport zu fördern. 🙌🏻
Der professionelle Rudersport ist dabei das eine Ende der Fahnenstange, begonnen in Ruderclubs in denen gefördert wird und durch welche Spitzenleistungen erreicht werden.
Gleichwohl bewegen sich laut WHO weltweit mehr als 1,8 Milliarden Erwachsene zu wenig. 🫣 In vielen Industrieländern erfüllt fast jeder zweite Erwachsene nicht die Mindestempfehlung an körperlicher Aktivität.
Nicht jeder muss gleich Ambitionen für Olympia hegen, wenn es um die persönliche Fitness geht – häufig reicht für die eigene Fitness ein passendes Trainingsgerät wie bspw. das Augletics Eight und eine regelmäßige Routine:
Geradliniges Design ohne groß Töne zu machen: Das Augletics Eight Rudergerät zeichnet sich durch einen modernen Industrial Look inklusive Touch-Display aus.
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Durch die Verbindung zum Rudersport konnte ich glücklicherweise auch einen kleinen Einblick erhalten, wie es eigentlich ist, auf dem Wasser zu rudern. Bisher kannte ich das nur aus Film und Fernsehen – und dort bekommt man ja meistens angespannte Muskeln in schnellen Schnitten präsentiert.

Die Realität? Wie so oft: eine ganz andere 😉
Zum Abschluss konnte ich auch noch den Einer ausprobieren – wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätte ich das sicher noch länger gemacht. Diese Boote bieten noch einmal weniger Stabilität wodurch das Wasser noch näher kommen kann 🫣 Aber immerhin: Ich bin nicht gekentert! 😅✊🏻

Es dürfte nicht das letzte Mal auf dem Wasser gewesen sein. Ganz sicher. 😌
In diesem Sinne: Get rowing 😉🤙🏼













5 Antworten auf „Ich dachte, ich könnte rudern – bis ich das erste Mal auf dem Wasser war 🫢“
Hi Ulf, das hört sich superspannend an! Danke für den ausführlichen Bericht. Wir sind manchmal als Familienausflug mit dem Kanu unterwegs, aber das ist ja nochmal eine ganz andere Welt. Und deutlich einfacher…
Sportliche Grüße, Thomas
Hey Thomas,
besten Dank für Deinen Kommentar – Kanu und Kajak habe ich auch schon ein paar Mal gemacht, gerade mit der Familie ist das ideal und macht richtig Spaß. Von der Stabilität ist das vermutlich mit einem Zweier-Ruderboot vergleichbar.
Torsten hatte kürzlich noch vom Liteboat geschrieben, das kannte ich bisher nicht – adressiert aus meiner Perspektive jedoch den gleichen Pain-Point: Die fehlende Stabilität im Einer.
Vermutlich ist es eine reine Übungssache, ähnlich wie Fahrrad fahren.
Beste Grüße
Ulf
An sonnigen Tagen bevorzuge auch ich es, mit einem Gumotex-Seawave-Kanu auszufahren. Weil man eben in die Richtung schaut in die man fährt. Leider erreicht man natürlich nie und nimmer die Geschwindigkeiten von Ruderbooten, dennoch geniesse ich solche Ausfahrten immer wieder.
Hey Urs,
besten Dank für deinen Kommentar! In der Tat bin ich schon länger auf der Suche nach einem Boot (am Besten familientauglich). Bisher war ich bzgl. Packmaß und Haltbarkeit bei Faltbooten in meiner Recherche gekommen. Thorsten hatte mir kürzlich ein Liteboat empfohlen – auch ein spannendes Konzept! Luftboote hatte ich bisher für mich eher ausgeschlossen, meine Befürchtung dabei ist, dass ich ggf. zu unachtsam bin und ggf. dadurch ein Loch in das Boot kommt. Das Gumotex-Seawave-Kanu habe ich mir gerade einmal bei Matthes dem Flussfahrer angeschaut, das sieht solide aus. Danke Dir für Deinen Tipp!
Beste Grüße
Ulf
übrigens gibt es auch noch das Gumotex-Seashine, das evtl. noch etwas bessere Laufeigenschaften hat.
Wir sind jedoch mit dem Seawave höchst zufrieden. Wir hatten es auf unseren Urlaubsreisen im Wohnmobil dabei und sind schon in Frankreich, Spanien, Portugal und Norwegen rumgepaddelt. Aufgestellt ist das Ding in rund 10-15 Minuten, nach dem Trocknen auch wieder in 10-15 Minuten verstaut.