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Rudern Training

Rudern nach Erkältung oder Krankheit

Schon bei dem Thema mit der Achillesferse habe ich mich etwas schwer getan einen Artikel zu schreiben. Über Krankheiten schreibe ich eher ungern – allerdings sind diese nicht immer zu verhindern oder vorzubeugen. Manchmal ist es schlicht eine Überforderung für den Körper, sodass das Immunsystem nicht mehr mithalten kann – das kommt vor. Und im Endeffekt betrifft es dann ebenfalls die Ausführung vom Sport sowie betrifft die eigene Fitness.

Als ich kürzlich eine Erkältung hatte, kam für mich konkret die Frage auf ab wann ich eigentlich wieder Rudern könnte. Die Meinungen dazu variieren, ich beschreibe meine Erfahrung damit.

Sommer, Sonne, Kaktus

Mein jüngster Sohn hatte in den Sommerferien einen Schwimmkurs – er hat sein Seepferdchen erhalten. 💪 Yes! Das ist ein Meilenstein, wenn man im Schwimmbad keine Schwimmhilfen mehr benötigt.

Ich hatte mich auf den Kurs gefreut, da es eine ganze Woche Schwimmbad bedeutete – Schwimmen ist eine Sportart, welche ich nicht so häufig durchführe. Meine bessere Hälfte schwimmt gerne (und zudem noch sehr gut), sodass wir uns die Termine aufgeteilt haben – jeder hatte also (theoretisch) die Chance am Schwimmtraining des Filius teilzunehmen.

Aber dann kam das Ungemütliche: Gleich nach dem ersten Mal Schwimmkurs hat mich ein grippaler Infekt aus dem Spiel heraus gekegelt. Ha-ha-ha, Hallenbad

Der Ablauf ist häufig der Gleiche: Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen – hinzu kommt dann Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Müdigkeit.

Was hilft bei Erkältung?

Es ist für mich jedesmal eine Qual und bei den ersten Anzeichen kommen bei mir möglichst viele Mittel zum Einsatz um die Erkältung ggf. abzuwenden oder die Dauer so kurz wie möglich zu gestalten: Inhalieren, selbstgemachte Hühnersuppe, Erkältungsbad (sofern kein Fieber), Ibuprofen, Gelomyrtol, Sinupret, heiße Zitrone, Schlafen.

Für meine Frau bedeutete es dann eine ganze Woche Schwimmbad, für mich bei strahlendem Sonnenschein eine triefende Nase und weitestgehend Arbeitsunfähigkeit. Der Alltag geht irgendwie weiter, muss ja. Nach einer Woche Krankheit waren die Nerven der Familie dann aber doch stärker strapaziert, sodass ein Termin bei der Hausärztin ausgemacht wurde. Ich habe 600mg Ibuprofen erhalten, nochmal Sinupret und ein Nasenspray. Und ab Mitte der zweiten Woche ging es dann langsam bergauf. Für mich war dies deutlich spürbar, als ich nach einer Ibuprofen Tablette das Gefühl hatte, dass ich die Treppe hoch sprinten könnte. Ein abgefahrenes Medikament! Das war dann die letzte Ibuprofen und die Gliederschmerzen waren im Anschluss auch nicht mehr vorhanden.

Ingwer

Seit dieser Erkältung habe ich außerdem ein weiteres Mittel für mich entdeckt: Ingwer-Tee. Ich schneide den Ingwer dafür klein und gebe noch etwas Minze dazu, die wächst im Garten. Kalt fand ich den Tee etwas schärfer als heiß, trotzdem trinke ich diesen lieber ohne Honig. Normalerweise trinke ich 1 Tasse Tee, selten 2 – aber beim Ingwer Tee ist die ganze Kanne innerhalb kürzester Zeit leer, der Tee schmeckt mir gut.

Soviel zu den Hausmitteln – nun aber zum eigentlichen Thema:

Wann kann man wieder Sport machen?

Ganz klar – bei Fieber funktioniert Sport auf keinem Fall – wieso auch? Der Körper ist am Kämpfen. Während der Erkältung ist die Antriebskraft häufig so gut wie nicht vorhanden. Die Couch oder das Bett daher sehr willkommen. Sobald der Körper sich jedoch wieder ein wenig besser fühlt, oder durch Schmerzmittel keine Schmerzen mehr spürbar sind, kommt der Gedanke ob nicht doch wieder Sport möglich wäre.

Für mich persönlich gilt dann lieber erst einmal das Ganze langsam angehen, um den Körper in der Genesung nicht zu überfordern. Das bedeutet ggf. einen Spaziergang oder mit dem E-Bike an der frischen Luft fahren. Wenn es mir wirklich gut geht und ich keine Medikamente mehr nehme, die Nebenhöhlen wieder frei sind – dann kommt auch automatisch wieder das Training zurück.

Diese Woche habe ich dann jedoch ebenfalls erst einmal langsam begonnen. Meine reguläre Ruder-Routine sind 45 Minuten Steady State Training, allerdings habe ich mein erstes Training nach der Erkältung auf 15 Minuten in der Herzfrequenzzone 2 eingestellt. Und auch das war zu Beginn erst einmal für mich fordernd, ich habe danach trotz der Zone 2 leicht geschwitzt.

Bei meinem zweiten Training war ich ungeduldig und hatte mir zunächst das Routine-Training von 45 Minuten mit 22 SPM ausgewählt, dieses jedoch nach 30 Minuten abgebrochen. Während dem Workout habe ich gemerkt, dass die Kraft immer geringer wurde und nicht konstant gehalten werden konnte. Das passiert auch in normalen Trainings, ein kurzer Fokus auf die Technik und Kraft aus dem Latissimus und dann funktioniert es wieder (in der Regel). Diesmal hatte ich mich jedoch ausgelaugt gefühlt, ein Zeichen dass ich nicht übertreiben sollte.

Mit dem nächsten Rudertraining werde ich gucken wie ich wieder in die reguläre Routine rein finde.

Eine Erkältung oder eine Krankheit ist nie etwas Schönes und sollte es einmal vorkommen, so wünsche ich auf jeden Fall gute und schnelle Genesung. Weil durch die Krankheit die Kraft der Gewohnheit unterbrochen wird, birgt es die Gefahr dass man es ggf. noch etwas länger schleifen lässt.

An die bisherige Routine oder den Trainingsplan also wieder anzuknüpfen und somit „neu zu starten“ erfordert ggf. etwas Überwindungskraft – gleichzeitig kann das Training jedoch auch erst langsam wieder gesteigert werden.

Der Maßstab wie schnell und wie viel man dem Körper wieder zumutet ist individuell – auf den Körper zu hören aus meiner Perspektive immens wichtig.

In diesem Sinne: Get well & keep on rowing!

Artikel veröffentlicht am 15. September 2023

Von Ulf

Seit Anfang 2022 habe ich den Rudersport für mich entdeckt und nutze mit dem Waterrower Performance Ergometer ein Rudergerät mit smarter Konnektivität, seit Oktober 2022 rudere ich auch auf einem Concept2 Rudergerät. Das Rudern ist Teil meines Alltags geworden und hier beschreibe ich meine gesammelte Erfahrung zu virtuellem Training sowie alles rund um den Sport Indoor-Rudern. Mehr über mich

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