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Virtual Reality Rudern auf dem Rudergerät

Aktuell ist das Thema virtuelle Realität bzw. im Apple Jargon „Spatial Computing“ wieder häufiger in meinem Nachrichtenfeed zu lesen. Durch das neue Gerät Vision Pro von Apple bekommt das komplette Themengebiet rund um die Brille wieder mehr Aufmerksamkeit.

Als ich mit Rudern begonnen habe, habe ich davon gelesen und mir 1-2 Videos dazu angeschaut wie es möglich ist mit einer VR-Brille zu Rudern. Bisher habe ich diese Art des Ruderns noch nicht ausprobiert, allerdings möchte ich meine Gedanken zu dem Thema einmal teilen.

Das Thema virtuelle Realität wird ja gerne als eine große Zukunftsvision verkauft. Ich bin diesbezüglich etwas skeptisch – selbst obwohl ich viele digitale Dienste nutze und auch selber anbiete. Für mich persönlich sieht es so aus, dass digitale Dienstleistungen die logische Konsequenz der analogen Dienstleistungen sind oder die analogen Dienstleistungen ergänzen können – gleichwohl das Leben mehrheitlich analog funktioniert. Events, Erlebnisse – das ist etwas, was unser Leben aufregend macht und auch ein Stück weit lebenswert – die virtuelle Realität ist für mich persönlich nicht ansatzweise so interessant.

Apple Vision Pro

Die neue Brille von Apple wurde an verschiedenen Stellen bereits ausführlichst beschrieben – ob dieses Produkt angenommen wird steht auf einer anderen Seite – für mich persönlich ist es aktuell uninteressant. Wieso? Der Anwendungsfall fehlt mir dazu. Rechner, Musikabspielgerät, Telefon, Tablet, Uhr – alles Produkte, welche aus meiner Perspektive einen Appeal haben, um unkompliziert in den Alltag vieler Menschen integriert zu werden. Brille? Hm. Ich nutze eine Brille aufgrund meiner Kurzsichtigkeit – manche Menschen tragen eine Brille aufgrund ästhetischer oder modischer Gründe. Die Sonnenbrille als Möglichkeit während dem Sonnenschein zu sehen und die Augen zu schützen. Eine Brille um digitale Dienste zu nutzen oder die Realität durch zusätzliche Informationen anzureichern? So lange es nicht den Formfaktor einer regulären Sonnenbrille oder normalen Brille hat – für mich persönlich schlicht nicht attraktiv. Vor einigen Jahren (2012) kam die Google Glass heraus, das geht eher in die Richtung von Wearable, welche unkompliziert in den Alltag integriert werden kann.

Als die Corona Pandemie ausgebrochen ist, haben vielen Menschen einen Anstoß an den Masken gehabt. Durch entsprechende Gesetze und Regelungen wurde die Maske gesellschaftlich angenommen und wenn ich heute jemanden mit Maske sehe ist das für mich völlig normal.

Augmented Reality

Ich stelle es mir derzeit noch sonderbar vor jemanden mit VR Brille im Supermarkt zu sehen, oder beim Autofahren oder auf der Straße spazieren zu sehen. Wenn das Gerät lediglich dafür genutzt wird Indoor genutzt zu werden, so bin ich auf die gesellschaftlichen Konventionen dazu gespannt.

Virtuelle Realität beim Rudern mit der VR-Brille

Ein Anwendungsfall, welcher durch Apple erst einmal ausgeklammert wurde ist das Spielen oder der Sport mit der Brille.

Die bekannten Marktteilnehmer für dieses Segment sind Meta bzw. Oculus, HTC und noch eine Reihe weiterer Hersteller. Spiele sind hierbei der eigentliche Anwendungsfall für die Brille.

Holodia heißt die App, welche für das Indoor-Rudern häufig als der Anwendungsfall schlechthin angesehen wird. Virtuelle Fitness, bzw. virtuelles Rudern bei simultanem Rudern auf dem Rudergerät. Einen guten Eindruck kann man davon in den folgenden zwei Videos sehen, einmal Darkhorse und einmal John Steventon mit Row Along:

Mich haben die Videos schon etwas angestachelt, denn das immersive Gefühl des Ruderns in einer autotelischen Erfahrung, ohne dabei Nass zu werden, scheint mir sehr stark ausgeprägt zu sein.

Der erste Gedanke, als ich mich dann darüber informiert habe, welche Brille für mich funktionieren könnte: Wie sieht es mit Schweiß aus? Ich komme beim Rudern schon gut ins Schwitzen. Wenn ich 20 Minuten oder länger rudere, dann ist der Körper einmal nass – insbesondere im Gesicht und am Kopf. Ähnlich wie bei Kopfhörern würde ich mir persönlich ein Material wünschen, welches abwaschbar oder leicht zu reinigen ist.

Für die Herzfrequenzmessung nutze ich den Polar H10 Brustgurt – diesen wasche ich nach jedem Training am Waschbecken einmal aus, manchmal mit Seife – anschließend hänge ich diesen zum Trocknen auf. Ohne das Waschen, sammeln sich in dem Gummigewebe Bakterien und es fängt an zu müffeln – bei der Nutzung einer VR-Brille müsste es aus meiner Perspektive ähnlich funktionieren – mit der empfindlichen Technik daran erscheint es mir jedoch schwierig. Oder sehe ich das falsch?

Bewegung mit VR-Brillen

Ich habe VR-Brillen bisher 2 Mal benutzt: Auf einer Messe bin ich damit virtuell Fallschirm gesprungen, anschließend war mir etwas schwindelig und in einem Wikinger-Museum habe ich eine virtuelle Tour gemacht, dabei saß ich in einem nachgebauten Wikinger Haus auf einer Bank.

Dadurch, dass man dem Kopf durch die großflächige virtuelle Welt „vorgaukelt“ etwas anderes zu sehen als das, was der Körper tatsächlich macht kommt es ggf. zu dem Gefühl des Unwohlseins oder Schwindel. Ich stelle es mir sehr interessant vor auf einem Rudergerät eine gewohnte wiederkehrende Bewegung zu vollziehen und dabei in der virtuellen Realität voran zu kommen. Hektische Bewegungen sind dabei eher nicht zu erwarten, jede ungewohnte Bewegung welche nicht dem Video entspricht, was das Auge sieht und verarbeitet sind dabei aus meiner Perspektive nicht förderlich. Rudern sollte somit ideal für die virtuelle Realität geeignet sein.

Mich hat bisher der Preis für dieses Gadget davon abgehalten eine VR-Brille zu kaufen. Meine Befürchtung dabei ist, dass ich es einmal ausprobiere und ggf. keinen Gefallen daran finde. Wer hat das Rudern mit VR-Brille schon einmal getestet? Bitte in den Kommentaren beschreiben! Eine Apple Vision Pro für das Rudern kaufen, auch wenn es noch keinen direkten Anwendungsfall dafür bisher gibt?

Über den Autor
Ulf Mayer

Seit 2022 beschäftige ich mich intensiv mit Indoor-Rudern, Fitness und langfristiger Gesundheit (Longevity). Regelmäßiges Training ist fester Bestandteil meines Alltags. Auf diesem Blog teile ich praxisnahe Erfahrungen mit Rudergeräten, virtuellem Training und Fitness-Technologie. Ziel ist es, Trainingsmethoden, Produkte und Trends sachlich einzuordnen und Lesern dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen für einen aktiven und gesunden Lebensstil zu treffen. Erfahre mehr über mich

Eine Antwort auf „Virtual Reality Rudern auf dem Rudergerät“

Hallo Ulf, ich finde es toll, was du hier schreibst. Ich habe mir immer so etwas gewünscht, aber es leider auch aus demselben Grund noch nicht getestet. Mir geht es weniger um den sportlichen Aspekt, als viel mehr um den ästesthischen, wenn ich durch eine wunderschöne Landschaft rudere. Da man die Richtung nicht ändern kann, ist es wie für VR geschaffen. Du fährst an einen wunderschönen Ort mit dem Boot und einer 365 Grad-Kamera und nimmst alles auf, was du dann in die VR-Brille bringst. Ich finde da geht noch einiges. Viele Grüße aus Leipzig

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